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Geschichte der Capoeira

 

Der Ursprung

Capoeira ist eine relativ junge Kampfkunst. Sie entstand während der westlichen Expansion der damaligen Großmächte Portugal, Großbritannien, Niederlande und Frankreich im 17. und 18 Jahrhundert. In dieser Zeit wurden Sklaven aus Afrika in das heutige Brasilien verschleppt, um dort Zwangsarbeiten unter widrigsten Bedingungen zu vollrichten. Es folgte eine Mischung unterschiedlichster Kulturen unter strenger Vorherrschaft der Sklavenhalter.

Die Folge liegt auf der Hand: Kämpfe unter den Sklaven und Wiederstände gegen deren Besitzer standen an der Tagesordnung. Die Sklavenhalter hatten natürlich größtes Interesse daran Kämpfe und Unruhen zu unterbinden. Daher trainierten und kämpften die Sklaven im Verborgenen. Mit einer geschickten Tarnung wurde die Selbstverteidigung dennoch praktiziert und trainiert. Die kämpferischen Handlungen wurden mit Tänzen und Spielen verschleiert. All dies half den Sklaven sich unter diesen Bedingungen zu behaupten und sich bei Fluchtversuchen zu verteidigen. So entstanden kleine versteckte Siedlungen von Sklaven im Dschungel aus erfolgreichen Fluchtversuchen. Capoeiristas und entflohene Sklaven wurden daher immer als Unruhestifter von den Machthabern betrachtet. Also wurden diese Sklaven verfolgt und für Kriege zwangsrekrutiert unter Androhung des Todes.

 

Der Wandel

1889 wurde Capoeira schließlich per Gesetz verboten und damit noch mehr in den Untergrund gedrängt. Capoeira galt als Straßenkampf und war unter kriminellen Banden stark verbreitet. Erst als der brasilianische Präsident Getúlio Vargas 1930 an die Macht kam, fand ein Umdenken statt. Mestre Bimba war der erste der eine Capoeira-Schule 1932 unter strengen Auflagen betreiben durfte. Jeder der Capoeira trainieren wollte, muss nicht nur die Prüfungen Mestre Bimbas bestehen, sondern musste sich auch polizeilich registrieren lassen. Erst 1937 wurde Capoeira legalisiert nachdem Mestre Bimba die Genehmigung erhielt die Kampfkunst Capoeira im Parlament vorzuführen und von dem kulturellen Wert dieser Kampfkunst zu überzeugen. 1942 gründete eine weitere wichtige Persönlichkeit der Capoeira eine Schule: Mestre Pastinha. Aus dieser Schule entstand der Capoeira-Stil „Capoeira Angola“. Mestre Bimba hingegen steht für den Capoeira-Stil „Capoeira Regional“. Die Stile unterscheiden sich in den Kicks und der Geschwindigkeit. Während Capoeira Regional eher hoch und schnell gespielt wird, wird Capoeira Angola eher bodennah und langsam gespielt.

 

Heute

Die alten Geschichten, Riten und Religionen sind bis heute stark mit Capoeira verbunden. Diese Weisheiten werden heute noch vom Meister an Schülern überliefert. Viele Mythen, Helden und Untaten findet man in den typischen Liedern wieder, die auch heute noch während den Kämpfen gesungen. Capoeira ist hingegen zu anderen Kampfkünste sehr lebendig und wird immer noch weiterentwickelt. Sie baut auf die Individualität und Listigkeit der Capoeiristas und erfreut sich daher fortlaufender Entfaltung. Capoeira Contemporânea steht für die moderne Capoeira. Mit neuen kämpferischen Elementen und akrobatischen Bewegungen wird sich an den Stil Capoeira Regional angelehnt. Meia Lua Inteira lehrt diesen Stil unter den neuesten Erkenntnissen der Sport- und Trainingswissenschaft ohne dabei die historischen Wurzeln zu vernachlässigen. Mehr zu unserem Training findest du hier.